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Tipps und Tricks

 

Günstiger, großer Käfig schnell selbst gemacht:

Ich kann den Kleiderschrank "Aneboda" von Ikea sehr als Rattenkäfig empfehlen. Neu kostet er 65 Euro. Die Kunststoffplatten vorne kann man ganz einfach herausdrücken und Kleintierdraht befestigen (z.B. von innen antackern, aber Achtung: Verletzungsgefahr für die Tiere, scharfe Kanten oder herausstehende Drahtstücke müssen entfernt werden). Wenn man möchte, kann man auch wie ich Löcher in die Seiten sägen und dort ebenfalls Gitter befestigen.

Nun braucht man nur noch ein paar Etagen (ich empfehle Siebdruckplatten, die sind zwar etwas teurer, halten aber um ein Vielfache länger als andere Holzplatten und lassen sich durch die glatte Oberfläche sehr gut sauber halten).

Jetzt ist der Käfig fertig. Natürlich kann man das ganze noch etwas verfeinern. Ich habe z.B. vorne an die Etagen und um die Einstiegslöcher in den Etagen Plexiglasstreifen geschraubt, sodass das Einstreu nicht ständig aus dem Käfig bzw. durch die Löcher nach unten fällt.

Mit ein paar Verstecken und einiger Einrichtung zum Spielen, Klettern und Schlafen hat man nun einen tollen Käfig, den man mit wenig Geld und wenig Aufwand selbst gebaut hat. Großartige handwerkliche Kenntnisse sind auch nicht erforderlich. Wenn man weiß, wie man mit einem Schraubenzieher, einem Tacker und evt. einer Stichsäge umgehen muss, ist das überhaupt kein Problem.

Ich bin von dieser Art des Käfigs sehr begeistert, denn es lässt sich alles super sauber halten (abwischbar durch Kunststoffoberfläche), stinkt nicht und bietet den Ratten wirklich sehr viel Platz (für bis zu 7 Ratten geeignet). Außerdem hat man durch das viele Holz rund herum viele Möglichkeiten die Einrichtung zu befestigen.

Hier ein Bild meines ehemaligen Anebodas:

Man kann natürlich auch einen anderen Schrank nehmen, aber der Aneboda hat den Vorteil, dass die Löcher in den Türen schon vorhanden sind und ein Neupreis von 65 Euro ist ebenfalls unschlagbar.

Ein Beispiel für einen anderen Schrank wäre mein Mädelskäfig, allerdings steckt da deutlich mehr Arbeit drin und dementsprechend hat es viel länger gedauert ihn umzubauen als bei dem Aneboda. dafür bietet er Platz für über 20 Ratten:

 

Käfig- und Auslaufgestaltung:

Günstiger Auslauf in beliebiger Größe schnell selbst gebaut:

Wie es funktioniert habe ich einmal kurz zusammengefasst (mit Skizzen). Das PDF könnt Ihr euch HIER ansehen.

 

Rattensicheres Zimmer:

Man kann auch sein Zimmer rattensicher umgestalten. Dazu sollte man jegliche Gefahrenquellen beseitigen. Stromkabel sollten so verstaut werden, dass die Ratten nicht dran kommen (weit hoch binden, Kabelkanal, etc) und Kabel die man weder in einem Kabelkanal unterbringen noch hochbinden kann, sollten mit Kabelhüllen umwickelt werden, so wie hier:

Dabei sollte man die Kabel aber regelmäßig kontrollieren, denn so eine Kunststoffhülle hält nagefreudigen Ratten nicht lange Stand und irgendwann sind sie doch beim Kabel angelangt. Damit das nicht passiert sollte man jeden Tag nach dem Auslauf diese Hüllen Kontrollieren und bei Beschädigungen am besten gleich austauschen (bei mir wurden die Teile bisher noch nie angeknabbert, aber andere Ratten, andere Sitten... ^^)

Lücken zwischen Wänden und Schränken wo sich die Ratten gut verstecken können und man sie schlecht wieder raus bekommt sollten mit dünnen Holzbrettern verschlossen werden die möglichst fest angebracht werden z.B. durch annageln an den Schrank, da Ratten sehr geschickt und kräftig sind und somit fast jedes nicht feste Hindernisse überwinden. Bei jungen Ratten sollte zudem bedacht werden, dass sie sich auch durch kleinste Löcher quetschen können.

Ein Beispiel ist dieses:

Andere Gefahrenquellen wie offene Fenster und Türen, Aschenbecher, Steckdosen usw. dürfen natürlich auch nicht vorhanden sein oder müssen für die Ratten unzugänglich sein.

 

Die Raschelkiste:

Einfach einen Karton nehmen, ein paar Türen rein schneiden (am besten so, dass man sie nach Belieben zu- oder aufmachen kann) und dann eine menge Papierschredder oder kleingerissenes Zeitungspapier oder Ähnliches reinstopfen, den Karton oben zukleben und fertig ist der Spiel- und Entdeckerspaß im Auslauf.

 Foto folgt

 

Hängekörbe:

Hängekörbe kann man sich ganz einfach selber bauen und die Ratten lieben sie. Dazu kauft man sich im Baumarkt eine L-Profil Leiste aus Metall oder Kunststoff (ich nehme Kunststoff, weil es günstiger ist) mit ca. 15mm Seitenlänge, eine Holzleiste (gleiche Seitenlänge, also ca. 15x15mm) und ein paar Schrauben. Aus den beiden Leisten kann man Halterungen für bis zu 3 Körbe bauen. Die Länge der Leisten (Holzleiste meistens 90cm und L-Profil 100cm) teilt man durch 6 und sägt sie in der entsprechenden Länge ab. Jetzt hat man 6 ca. 15cm lange Holzleisten und 6 ca. 16,5cm lange Kunststoffleisten.

Nun schraubt man die Kunststoffleisten mit kleinen Schrauben auf die Holzleisten (möglichst mittig) und anschließen von unten mit etwas längeren Schrauben an die Etage. Am einfachsten geht es, wenn man die Etage aus dem Käfig nehmen kann und umgedreht auf den Fußboden legt. Nun nimmt man einen Korb und legt ihn verkehrt herum (also so wie er später hängen soll) auf die Unterseite der Etage. Die Halterungen werden rechts und links so dagegen gelegt, dass man sieht in welchem Abstand man sie zueinander anbringen muss. Der Korb sollte nicht viel Spiel haben, es darf aber auch nicht zu stramm sein. Jetzt einfach beide Halterungen festschrauben (vorher prüfen, dass die Schrauben nicht ganz durch die Etage durchgehen, da sie sonst oben auf der Lauffläche der Ratten rauskommen würden).

Jetzt muss nur noch mit einer Schere ein Einstiegsloch in den Korb geschnitten werden und von unten in die Etage (hinter dem Korb) eine Schraube gedreht werden, die ein Stück raus steht, damit der Korb nicht nach hinten durchrutschen kann.

So sieht die Halterung aus wenn sie fertig angeschraubt ist:

 

Und so sieht der Korb aus wenn alles fertig ist (einmal längs angebracht und einmal quer):

Foto folgt

 

Hängeschüssel:

Auch das finden die Ratten total cool. Man kauft einfach eine handelsübliche Schüssel und bohrt in den Rand 4 Löcher (möglichst symmetrisch). Daran befestigt man eine Kette und kann die Schüssel so im Käfig aufhängen, entweder schwebend unter einer Etage (dazu müssen von unten in den Etage Haken geschraubt werden) oder seitlich an einem Gitterkäfig, so wie hier:

 

Das Gleiche kann man auch mit diesen Stapelkisten für Werkzeug aus dem Baumarkt machen, so wie hier:

 

Hängetagen:

Aus Tabletts kann man ganz einfach zusätzliche schwebende Etagen bauen. Das Prinzip ist das Gleiche wie mit der Hängeschüssel. Es werden einfach in vier Ecken Löcher hinein gebohrt, Ketten dran befestigt und das Ganze dann im Käfig aufgehängt.

Hier zwei Beispiele, einmal mit Streu und einmal ohne Streu:

 

Korkröhre und Fängst:

Aufhängen kann man noch viel mehr Gegenstände. Zwei weitere tolle und beliebte Beispiele dafür ist der "Fängst" bzw. "Mini Fängst" von Ikea und die Korkröhre aus dem Zoofachhandel. Den Fängst kann man ganz einfach mit einem Draht und einem Haken an der Unterseite einer Etage befestigen (wenn er zu lang ist, kann man auch einzelne Fächer einfach mit einer Schere abschneiden und die Länge so anpassen).

In die Korkröhre können ebenfalls Haken geschraubt werden und so kann sie mit Draht oder anderen Halterungen auch an der Unterseite einer Etage befestigt werden.

 

Bonbonglas:

Meine Ratten lieben Bonbongläser die mit Zeitungspapier, Küchenkrepp, Einstreu o.ä. befüllt sind:

 

Tellerhalter als Leiter:

Aus Tellerhaltern kann man ganz einfach und schnell eine tolle Leiter basteln. Man bohrt einfach 4 Löcher, am besten so groß, dass die Schrauben so durchpassen und schraubt sie im Käfig fest. Es sieht toll aus, die Ratten benutzen sie gerne und sie haben was zum Nagen. Meine Mädels nagen zwar nicht dran, die Jungs haben es aber schon gut in Mitleidenschaft gezogen. Dementsprechend kann es auch sein, dass man diese Art der Leiter öfter austauschen muss, aber solange es den Rattis Spaß macht, ist es ja ok ^^

 

Äste:

Auch Äste finden die Ratten toll. Entweder man nimmt welche aus dem Zoofachgeschäft (meistens Vogel- oder Reptilienabteilung) oder man sammelt draußen schöne Äste von ungiftigen Bäumen. Dabei sollte man aber darauf achten, dass keine anderen Tiere dort ihren Urin hinterlassen haben können, dass die Äste nicht direkt neben einer Straße waren (Abgase) und auch sonst sollte man sie vorher gut abkochen und am besten nochmal desinfizieren, damit man sich nichts schädliches in den Rattenbestand holt.

Man kann sie dann einfach mit Winkeln an der Käfigwand befestigen (je nach Astgröße und Gewicht sollten die Winkel und auch die Schrauben schön stabil sein!).

 

Einstreu:

Früher hab ich immer das normale Kleintierstreu benutzt, was aber bei größeren Rudeln nicht so gut ist, weil es schnell anfängt zu stinken und man den Käfig so sehr sehr oft sauber machen muss.

Darauf hin bin ich umgestiegen auf Strohstreu Pellets und bin sehr überzeugt davon (allerdings gibt es auch Marken die aus meiner Sicht nicht geeignet sind). Bei meinen Mädels muss ich maximal alle 2-3 Wochen komplett sauber machen (nur zwischendurch immer mal die schmutzigen Ecken säubern) und auch wenn die Pellets voll gesogen sind und schon zerfallen riechen sie noch recht angenehm. Bis tatsächlich mal Uringeruch aufkommt muss schon sehr lange nicht sauber gemacht worden sein.

Die großen Säcke (24Kg) kosten je nach Hersteller zwischen 12 und 15 Euro. Das ist zwar im Vergleich zu Kleintierstreu sehr teuer, aber da man es deutlich seltener austauschen  muss kommt es preislich ziemlich aufs Gleiche raus.

Außerdem staubt es nicht so wie Kleintierstreu und ist daher auch für Allergiker (sowohl Ratten als auch Menschen) geeignet und auch Atemwegsinfekte treten nicht so häufig auf, da der Staub dem Atemwege schon recht stark reizt (merkt man selber auch beim Einstreuen mit Kleintierstreu).

Empfehlen kann ich die Pellets von "BTG Classic Friends" und "Multifit". Ein Bild vom Multifitsack folgt noch.

 

Futter:

Nachdem ich mich gegen das allgemein empfohlene Rattima entschieden hatte (Gründe siehe HIER), bin ich auf "Prestige Rat Nature" umgestiegen. Dies machte schon beim Öffnen des Sacks einen sehr guten Eindruck (sieht sehr abwechslungsreich und lecker aus) und die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ist gut, es muss allerdings tierisches Eiweiß zugefüttert werden.

Leider ist dieses Futter sehr teuer (20Kg inzwischen fast 50 Euro) und daher bin ich wieder umgestiegen, diesmal auf "Ruvo Premium" von "Rudloff" (ohne Pellets!)

Mit dem Ruvo bin ich sehr zufrieden, es ist ebenfalls mit eins der besten Fertigfutter was die Inhaltsstoffe angeht, allerdings muss auch dort tierisches Eiweiß zugefüttert werden, weil es nicht enthalten ist.

 

Brei:

Auch Brei finden die Rattis toll, es gibt verschiedenste Möglichkeiten und Zutaten die man dort hineinrühren kann, auch z.B. Babybrei ohne andere Komponenten kann man verfüttern.

Hier mal ein Beispiel wie ein Gemisch aussehen kann.

Enthalten ist Soja-Reis-Drink; Kondensmilch; Probiotischer, fettarmer Joghurt; Fruchtzwerge; Haferflocken; Babybrei (Gemüseallerlei); Tomatensaft und Obst-Babybrei als Pulver zum Anrühren (ohne Lactose!)

So sieht das ganze dann aus und schmeckt :-)

Natürlich kann man auch Obst mit reinschneiden oder raspeln, Katzennassfutter oder aufgeweichtes Katzentrockenfutter ist sehr willkommen im Brei oder auch pur und ansonsten kann man fast alles andere auch verwenden. Wichtig ist, dass es nichts mit viel Fett, nicht gewürzt, ohne Zuckerzusatz, ohne Lactose und nicht mit allzu viel Eiweiß ist!